Spring School 2026 – Education & Remembrance

Hermannsburg, 24. März 2026

Zehn Tage lang haben Jugendliche aus sieben europäischen Ländern im Evangelischen Bildungszentrum Hermannsburg gemeinsam gelernt, erinnert und diskutiert. Die internationale „Spring School – Education & Remembrance“ verbindet Begegnung, historisches Lernen in der Gedenkstätte Bergen-Belsen und den Austausch über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie Demokratie, Klimawandel und Konflikte.

Internationale Begegnungen in der Südheide

In diesem Jahr in neuer Konstellation der drei Kooperationspartner Niedersächsische Gedenkstättenstiftung, Ev.-luth. Kirchenkreis Celle und Evangelischem Bildungszentrum Hermannsburg, aber insgesamt bereits zum 31. Mal konnte die Spring School durchgeführt werden. Teilnehmende waren über 40 Jugendliche und junge Erwachsene aus Polen, Ungarn, der Slowakei, Frankreich, Litauen, Tschechien und Deutschland, die sich gemeinsam mit Geschehnissen der Vergangenheit, Entwicklungen der Gegenwart und Chancen der Zukunft auseinandergesetzt haben.

Dabei entstehen internationale Freundschaften, Verständnis für unterschiedliche Erinnerungskulturen und auch das ein oder andere gemeinsame Kunstwerk. Die Teilnehmenden erleben zehn Tage des gemeinsamen Lernens, Erinnerns und Zusammenlebens. So ist die Spring School 2026 Aufarbeitung und Krisenmanagement – aber auch ein Zeichen der Zuversicht für Frieden und Demokratie in Europa.

Von den Anfängen bis heute

In den 1990er-Jahren halfen jährlich Jugendliche bei Freilegungen des Geländes in Bergen-Belsen mit, das damals noch nicht offiziell zur Gedenkstätte zählte. Heute ist die Initiative „Spring School – Education & Remembrance“ an die aktuelle Bildungsarbeit angepasst und greift Themen auf, die die Welt derzeit (wieder) beschäftigen: Immigration, Klimawandel, Konflikte und die Gefährdung der Demokratie.

Lernen, diskutieren und gemeinsam erinnern

Das freiwillige Zusammenkommen und Zusammenleben der Teilnehmenden ermöglicht eine besondere Form des Arbeitens, die sich deutlich von schulischen Lernformen unterscheidet. Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen und profitieren von den Perspektiven der anderen.

Während die Jugendlichen – für die die Teilnahme kostenlos ist – gemeinsam arbeiten und sich austauschen, sorgt das Spring-School-Team auch in der Freizeitgestaltung dafür, dass die Stimmung gut bleibt. Nach einem langen Tag in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, an dem sie mit dem unvorstellbaren Grauen der NS-Diskriminierung konfrontiert werden, tut das „Gute-Nacht-Café“, das jeden Abend geöffnet hat, besonders gut. Bei gemütlicher Atmosphäre, Getränken, Spielen und Gesprächen klingt der Tag in angenehmer Runde aus.

Kunst als Ausdruck von Erinnerung

Die demokratiefördernde Wirkung und die Verbindungen, die die Jugendlichen untereinander aufbauen, machen die Spring School zu etwas ganz Besonderem. Begeistert lernen sie einige Sätze in den Sprachen der anderen Teilnehmenden und bemalen gemeinsam eine „Wand“ mit ihren Gedanken zu den Erlebnissen.

„Hell is waiting“ liest man auf einem Teilstück der aufgespannten Folie – die Eindrücke aus Bergen-Belsen sind sehr gegenwärtig. „We will remember“ sowie zahlreiche Herzen und Friedenssymbole zeigen jedoch die große Hoffnung und Zuversicht, die trotz aller Krisen überwiegt und gemeinsam gestärkt wird.

Blick in die Vergangenheit und Zukunft

Symbolisch überkleben die Jugendlichen am letzten Tag alles Gelernte über das NSDAP-Regime, die Weimarer Republik und aktuelle politische Entwicklungen mit selbst gestalteten Plakaten über ihre Erfahrungen während der Spring School und ihre Ideen für die Zukunft.

„We got to meet so many new people with different thinking […]. We made unforgettable memories. We sang songs, danced a lot and listened to music. We created friendships“, steht beispielsweise auf einer der sorgfältig gestalteten Säulen, die die Lasten der Vergangenheit und Zukunft tragen (siehe Foto).

Solidarität mit jungen Menschen in Israel

Vergessen wird auch die Delegation aus Israel nicht. Die israelischen Teilnehmenden konnten aufgrund der Situation im Nahen Osten nicht anreisen. Auf dem Gruppenfoto werden sie dennoch repräsentiert: Die Flagge, die sie zur letzten Spring School als Geschenk mitgebracht hatten, wird in der Mitte hochgehalten.

Der Gruß nach Israel geht mit den guten Wünschen einher, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein können.

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