Blick übers Gelände des evangelischen Bildungszentrums
Eingang Birkeneck
Gospelwoche
Kirschblüte mit Blick aufs Haupthaus
Lagerfeuernacht beim Seminar mit Papa "on tour"

Aktuelles

Natur Schmetterling
Foto: Haase

„Danke, Herr, dass ich dir gehöre für Zeit und Ewigkeit“ (W. Steffens 1994)

Am 10. November 2019 verstarb Pastor i.R. Wilhelm Steffens, bis zu seinem Ruhestand Theologischer Studienleiter an der Hermannsburger Heimvolkshochschule. Zur Beerdigung wenige Tage später ist die Klosterkirche in Heiligenrode bis auf den letzten Platz gefüllt. Und jede und jeder hätte von ganz besonderen Begegnungen mit Wilhelm Steffens berichten können. Dem „Müllersohn und Missionar, Freund und Nachbarn, Zuhörer und ins-Gewissen-Reder, dem Mutmacher, Fürbitter und Herzensbildner“, wie es Pastor Oliver Vorwald in seiner Ansprache sagt. Und natürlich auch dem Ehemann, Vater, Schwiegervater und Großvater.
1931 wird Wilhelm Steffens in Heiligenrode als Sohn einer Müllerfamilie geboren. Auch er selber erlernt zunächst den Beruf des Müllers, bevor er Ende der 50ger Jahre Theologie studiert, um als Pastor in Deutschland und in Südafrika tätig zu werden. Später wird er Afrika-Referent im Ev.-luth. Missionswerk. Von 1979 bis 1994 wirkt er dann als Theologischer Studienleiter in der Nieders. Luth. Heimvolkshochschule, dem heutigen Evangelischen Bildungszentrum. Glaubens- und Seelsorgeseminare gehören genauso zu seinem Arbeitsbereich wie Angebote für Trockene Alkoholkranke oder Jugendtagungen. Seminare für Frauen führt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Hanna durch. – Zu den jungen Erwachsenen der mehrmonatigen Kurse baut er schnell eine Beziehung auf und lädt wöchentlich zum Hausbibelkreis ins heimische Wohnzimmer ein. Er pflegt Kontakte und bleibt auch in seinem Ruhestand mit vielen Menschen in regelmäßiger Verbindung und Austausch. In Heiligenrode unterstützt er die kirchengemeindliche Arbeit, kümmert sich um die von ihm und seiner Frau gegründete Klosterstiftung. Und er genießt mit seiner Frau Hanna - mit der er über 50 Jahre gemeinsame Wege gegangen ist - seine Heimat, den Garten, die Natur und die Familie. Nach ein paar Wochen im Krankenhaus verstirbt er am 10. November im Alter von 88 Jahren.
Wilhelm Steffens war ein lebensnaher und von tiefem Glauben geprägter Prediger. Prägender waren aber für viele die ganz persönlichen Begegnungen mit ihm. Er war interessiert und wertschätzend, fragte nach Befindlichkeiten und Sorgen, war immer für ein Gespräch bereit. Er war ein gutmeinender – und manchmal sehr deutlicher – Berater. Dabei stets authentisch und vom eigenen Erleben bestimmt und aufs eigene Vorleben bedacht. Er war Seelsorger durch und durch, betete für die Menschen und ihre Anliegen, sprach ihnen Zuversicht zu und ermutigte zum Vertrauen auf Gottes Fürsorge und Segen. Dankbar, behütet und getragen durch seinen Glauben konnte er nun Heim gehen. „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den Herrn, dass ich verkündige all sein tun.“ Psalm 73,28
Stephan Haase, Leiter des Evangelischen Bildungszentrums Hermannsburg

Haupthaus im Sommer
Blick auf das Haupthaus. (Foto: Bösemann)

100 Jahre Bildung voller Leben

 - Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg feierte Jubiläum vom 1. - 3. November 2019

Einen besonderen Grund zum Feiern hat das Evangelische Bildungszentrum Hermannsburg. Es besteht seit 100 Jahren und ist damit die älteste evangelische Heimvolkshochschule Deutschlands. Gegründet wurde die Einrichtung 1919 als Niedersächsische Lutherische Volkshochschule durch den Pastor und damaligen Direktor der Hermannsburger Mission Dr. h.c. Georg Haccius. Ein auf ihn zurückgehender Leitsatz lautet, Menschen zu ermutigen, Vertrauen zu wagen und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

Begonnen hat die Arbeit mit Fünfmonatskursen für Junge Erwachsene, die nach ihrer allgemeinen Schulzeit eigene Begabungen und Fähigkeiten entdecken und ausbauen konnten; oder sich intensiver mit politischen, gesellschaftlichen und religiösen Fragestellungen beschäftigen wollten. Und die nicht zuletzt auch nach Möglichkeiten gesucht haben, selber aktiv die Gesellschaft positiv mitzugestalten.

Alles zu einer Zeit, in der in Deutschland nach Ablösung der Monarchie durch die Weimarer Republik ein erster Anlauf zur Demokratie in Deutschland stattgefunden hat. Die Zielsetzungen der damaligen pädagogischen Arbeit hörten sich bei Haccius 1918 so an: „Je mehr nun in Deutschland die Selbstverwaltung und die Demokratisierung zunimmt, desto wichtiger ist es, dass wir unsere ländliche Bevölkerung zur Mitarbeit heranbilden und erziehen ... Immer lauter wird der Ruf nach Laienarbeit ..., mehr Gemeindearbeit müssen wir haben auf allen Gebieten. Nicht Behörden allein, sondern das Volk ... soll die Entwicklung bestimmen, tragen und fördern.“ Der spätere Leiter Dr. Martin Müller formulierte Ende der 80ger Jahre die Gründungsüberlegungen wie folgt: Befähigung zu demokratischem Denken und Handeln, zur mündigen Mitarbeit, Ausgleich des Bildungsgefälles und die Verkündigung des Evangeliums sind die frühen Ziele dieser „Lebensschule“.

Die Grundidee der Heimvolkshochschulbewegung stammt aus Dänemark: Der Theologe und Volksaufklärer Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) schuf das geistige Fundament der „Schulen für das Leben“, getragen von Basisinitiativen aus der Bevölkerung. Auch in Hermannsburg bildete sich ein Jahr nach Gründung der Einrichtung mit dem „Verein für die Nieders. Luth. Volkshochschule e.V.“ eine Basisinitiative, die bis heute maßgeblich die Bildungsarbeit verantwortet und unterstützt.

Übrigens hatte die Einrichtung in den letzten 100 Jahren unterschiedliche Namen. Gegründet wurde sie als „Niedersächsische Lutherische Volkshochschule Hermannsburg“ – kurz Volkshochschule oder VHS, später wurde daraus die „Niedersächsische Lutherische Heimvolkshochschule Hermannsburg“ – kurz HVHS, bevor der heutige Name „Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg – Heimvolkshochschule gGmbH“ kurz EBH entstand.

Gegenwärtig finden im Evangelischen Bildungszentrum als Begegnungs- und Weiterbildungsort jährlich über 300 Veranstaltungen statt. Viele der meist mehrtägigen Seminare werden von eigenen Bildungsreferent*innen vorbereitet und verantwortet. Andere können in Zusammenarbeit mit weiteren gesellschaftlichen Akteuren, kirchlichen Gruppen, Initiativen oder auch Firmen angeboten werden. Die Teilnehmenden kommen dabei aus ganz Niedersachsen und darüber hinaus.

Lernen frei von den Verpflichtungen und der Routine des Alltags - das ist nach wie vor die besondere Idee. Die Lernenden werden als Übernachtungsgäste gut versorgt und haben auch außerhalb der Kurse Gelegenheit, sich auszutauschen. Das ermöglicht eine besondere Konzentration und Intensität, wodurch sich Bildungsarbeit in Heimvolkshochschulen nach wie vor auszeichnet.

Auch wenn wir heute in einer gefestigten und bewährten Demokratie leben und sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu früher stark verändert haben, bleiben Ansatz und Ziel auch 100 Jahre später hochaktuell. Viele der Angebote nehmen aktuelle religiöse, soziale oder gesellschaftspolitische Themen auf.

Mit jeder Veranstaltung sollen auch heute Menschen ermutigt werden, Vertrauen zu wagen und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Entwicklungen dabei nicht passiv beklagen, sondern sich einbringen, engagieren und so selbst zur Veränderung dieser Welt beitragen. Das zeichnet die besondere Bildung in der Hermannsburger Institution seit einhundert Jahren aus.

Die Seminarauswahl ist dabei vielfältig: Es gibt weiterhin den deutschlandweit einzigartigen Fünfmonatskurs für junge Erwachsene. „moving times“ – Zeit für Veränderung ist der Titel und am Motto „entdecken – entwickeln – entscheiden“ lässt sich bereits gut erkennen, was Inhalt dieses Angebots ist für junge Menschen im Lebensabschnitt zwischen Schule, Ausbildung und Beruf.

Die Befähigung und Fortbildung Ehrenamtlicher ist ein weiteres besonderes Anliegen des Hauses. Vorstandsmitglieder von Vereinen, Initiativen oder kirchlichen Organisationen sind genauso darunter wie Suchtkrankenhelfer*innen, Seniorentanzleiterinnen oder Engagierte im Bereich der Integration von zugewanderten Menschen.

Das EBH begleitet die Förderung und Weiterentwicklung ländlicher Räume und setzt sich für lebenswerte Bedingungen sowie für eine lebensfähige Zukunft ein. Projekte zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln oder Seminare mit einem Fokus auf Verwendung regionaler Erzeugnisse sind Beispiele, wo durch konkretes Handeln und Veränderung des persönlichen Lebensstils der „Weltüberlastung“ entgegnet werden kann.

Im Bereich des Zusammenlebens von Generationen oder in der Familie gibt es ein breites Themenangebot: Seminare für Ehepaare oder die, die heiraten wollen. Seminare für Familien oder die seit langem unter dem Titel „Mit Papa on tour“ bekannten Wochenenden für Väter und Kinder. Und sogar Großeltern und Enkel reisen gemeinsam an, um z.B. die plattdeutsche Sprache unserer Region weiterzugeben.

Neben der Verantwortung für andere gilt es auch, für sich selbst zu sorgen: Im Gleichgewicht zu bleiben zwischen den Ansprüchen beruflicher Verfügbarkeit und Leistungsbereitschaft sowie den eigenen Interessen, der Familie und natürlich auch der eigenen Gesundheit.
Für sich selbst zu sorgen bedeutet auch, der eigenen Kreativität Raum zu geben: Weben, Malen, Schreiben oder Stimme und Körper einzusetzen, literarische Werke und besondere Lebensläufe bedeutender Persönlichkeiten gemeinsam erarbeiten.

Auch schwierige Themen werden angegangen. Angehende Gesundheits- und Krankenpfleger*innen besuchen Seminare zum Umgang mit Sterben und Tod, Seelsorger*innen werden für Einsätze in Unfall- und Unglückssituationen weitergebildet. Ehrenamtliche in der Sucht- oder Hospizarbeit werden für ihr freiwilliges Engagement geschult.

Bei diesen sowie auch bei allen anderen Angeboten fließen christliche Werte und Glaubenserfahrungen mit ein. Und es gibt auch Angebote, die sich explizit mit dem christlichen Glauben beschäftigen. Immer im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen und den Erfahrungswelten der Menschen. Und dabei offen für Neues und mit einer Dialogbereitschaft zu anderen Menschen und Religionen.

Vom 1.-3. November veranstaltete das Bildungszentrum ein Festwochenende.

Schön, dass Sie vorbeischauen!

Vielleicht entdecken Sie unser Haus gerade ganz neu, vielleicht suchen Sie auch nach bestimmten Veranstaltungen und Terminen.

Als evangelisches Bildungszentrum im Herzen der Südheide bieten wir Ihnen alles, was Seminare und Freizeiten erfolgreich macht.

Die Angebote unseres Jahresprogramms richten sich vornehmlich an Einzelpersonen, Paare oder Familien. Für Gruppen, Institutionen oder Firmen erstellen wir gerne individuelle Angebote für ihr eigenes Programm oder auch mit Unterstützung durch unser Haus.

Genießen Sie unsere Gastfreundschaft und gönnen Sie sich ein paar Tage „Bildung voller Leben".

Erleben Sie unser Haus....

... und genießen Sie einen Flug durch die Gemeinde Südheide...