Blick übers Gelände des evangelischen Bildungszentrums
Eingang Birkeneck
Gospelwoche
Kirschblüte mit Blick aufs Haupthaus
Lagerfeuernacht beim Seminar mit Papa "on tour"

Aktuelles

Haupthaus im Sommer
Blick auf das Haupthaus. (Foto: Bösemann)

100 Jahre Bildung voller Leben

 - Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg feiert Jubiläum

von Freitag, 1. November, 17:00 Uhr bis Sonntag, 3. November, 16:45 Uhr

Einen besonderen Grund zum Feiern hat das Evangelische Bildungszentrum Hermannsburg. Es besteht seit 100 Jahren und ist damit die älteste evangelische Heimvolkshochschule Deutschlands. Gegründet wurde die Einrichtung 1919 als Niedersächsische Lutherische Volkshochschule durch den Pastor und damaligen Direktor der Hermannsburger Mission Dr. h.c. Georg Haccius. Ein auf ihn zurückgehender Leitsatz lautet, Menschen zu ermutigen, Vertrauen zu wagen und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

Begonnen hat die Arbeit mit Fünfmonatskursen für Junge Erwachsene, die nach ihrer allgemeinen Schulzeit eigene Begabungen und Fähigkeiten entdecken und ausbauen konnten; oder sich intensiver mit politischen, gesellschaftlichen und religiösen Fragestellungen beschäftigen wollten. Und die nicht zuletzt auch nach Möglichkeiten gesucht haben, selber aktiv die Gesellschaft positiv mitzugestalten.

Alles zu einer Zeit, in der in Deutschland nach Ablösung der Monarchie durch die Weimarer Republik ein erster Anlauf zur Demokratie in Deutschland stattgefunden hat. Die Zielsetzungen der damaligen pädagogischen Arbeit hörten sich bei Haccius 1918 so an: „Je mehr nun in Deutschland die Selbstverwaltung und die Demokratisierung zunimmt, desto wichtiger ist es, dass wir unsere ländliche Bevölkerung zur Mitarbeit heranbilden und erziehen ... Immer lauter wird der Ruf nach Laienarbeit ..., mehr Gemeindearbeit müssen wir haben auf allen Gebieten. Nicht Behörden allein, sondern das Volk ... soll die Entwicklung bestimmen, tragen und fördern.“ Der spätere Leiter Dr. Martin Müller formulierte Ende der 80ger Jahre die Gründungsüberlegungen wie folgt: Befähigung zu demokratischem Denken und Handeln, zur mündigen Mitarbeit, Ausgleich des Bildungsgefälles und die Verkündigung des Evangeliums sind die frühen Ziele dieser „Lebensschule“.

Die Grundidee der Heimvolkshochschulbewegung stammt aus Dänemark: Der Theologe und Volksaufklärer Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) schuf das geistige Fundament der „Schulen für das Leben“, getragen von Basisinitiativen aus der Bevölkerung. Auch in Hermannsburg bildete sich ein Jahr nach Gründung der Einrichtung mit dem „Verein für die Nieders. Luth. Volkshochschule e.V.“ eine Basisinitiative, die bis heute maßgeblich die Bildungsarbeit verantwortet und unterstützt.

Übrigens hatte die Einrichtung in den letzten 100 Jahren unterschiedliche Namen. Gegründet wurde sie als „Niedersächsische Lutherische Volkshochschule Hermannsburg“ – kurz Volkshochschule oder VHS, später wurde daraus die „Niedersächsische Lutherische Heimvolkshochschule Hermannsburg“ – kurz HVHS, bevor der heutige Name „Evangelisches Bildungszentrum Hermannsburg – Heimvolkshochschule gGmbH“ kurz EBH entstand.

Gegenwärtig finden im Evangelischen Bildungszentrum als Begegnungs- und Weiterbildungsort jährlich über 300 Veranstaltungen statt. Viele der meist mehrtägigen Seminare werden von eigenen Bildungsreferent*innen vorbereitet und verantwortet. Andere können in Zusammenarbeit mit weiteren gesellschaftlichen Akteuren, kirchlichen Gruppen, Initiativen oder auch Firmen angeboten werden. Die Teilnehmenden kommen dabei aus ganz Niedersachsen und darüber hinaus.

Lernen frei von den Verpflichtungen und der Routine des Alltags - das ist nach wie vor die besondere Idee. Die Lernenden werden als Übernachtungsgäste gut versorgt und haben auch außerhalb der Kurse Gelegenheit, sich auszutauschen. Das ermöglicht eine besondere Konzentration und Intensität, wodurch sich Bildungsarbeit in Heimvolkshochschulen nach wie vor auszeichnet.

Auch wenn wir heute in einer gefestigten und bewährten Demokratie leben und sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu früher stark verändert haben, bleiben Ansatz und Ziel auch 100 Jahre später hochaktuell. Viele der Angebote nehmen aktuelle religiöse, soziale oder gesellschaftspolitische Themen auf.

Mit jeder Veranstaltung sollen auch heute Menschen ermutigt werden, Vertrauen zu wagen und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Entwicklungen dabei nicht passiv beklagen, sondern sich einbringen, engagieren und so selbst zur Veränderung dieser Welt beitragen. Das zeichnet die besondere Bildung in der Hermannsburger Institution seit einhundert Jahren aus.

Die Seminarauswahl ist dabei vielfältig: Es gibt weiterhin den deutschlandweit einzigartigen Fünfmonatskurs für junge Erwachsene. „moving times“ – Zeit für Veränderung ist der Titel und am Motto „entdecken – entwickeln – entscheiden“ lässt sich bereits gut erkennen, was Inhalt dieses Angebots ist für junge Menschen im Lebensabschnitt zwischen Schule, Ausbildung und Beruf.

Die Befähigung und Fortbildung Ehrenamtlicher ist ein weiteres besonderes Anliegen des Hauses. Vorstandsmitglieder von Vereinen, Initiativen oder kirchlichen Organisationen sind genauso darunter wie Suchtkrankenhelfer*innen, Seniorentanzleiterinnen oder Engagierte im Bereich der Integration von zugewanderten Menschen.

Das EBH begleitet die Förderung und Weiterentwicklung ländlicher Räume und setzt sich für lebenswerte Bedingungen sowie für eine lebensfähige Zukunft ein. Projekte zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln oder Seminare mit einem Fokus auf Verwendung regionaler Erzeugnisse sind Beispiele, wo durch konkretes Handeln und Veränderung des persönlichen Lebensstils der „Weltüberlastung“ entgegnet werden kann.

Im Bereich des Zusammenlebens von Generationen oder in der Familie gibt es ein breites Themenangebot: Seminare für Ehepaare oder die, die heiraten wollen. Seminare für Familien oder die seit langem unter dem Titel „Mit Papa on tour“ bekannten Wochenenden für Väter und Kinder. Und sogar Großeltern und Enkel reisen gemeinsam an, um z.B. die plattdeutsche Sprache unserer Region weiterzugeben.

Neben der Verantwortung für andere gilt es auch, für sich selbst zu sorgen: Im Gleichgewicht zu bleiben zwischen den Ansprüchen beruflicher Verfügbarkeit und Leistungsbereitschaft sowie den eigenen Interessen, der Familie und natürlich auch der eigenen Gesundheit.
Für sich selbst zu sorgen bedeutet auch, der eigenen Kreativität Raum zu geben: Weben, Malen, Schreiben oder Stimme und Körper einzusetzen, literarische Werke und besondere Lebensläufe bedeutender Persönlichkeiten gemeinsam erarbeiten.

Auch schwierige Themen werden angegangen. Angehende Gesundheits- und Krankenpfleger*innen besuchen Seminare zum Umgang mit Sterben und Tod, Seelsorger*innen werden für Einsätze in Unfall- und Unglückssituationen weitergebildet. Ehrenamtliche in der Sucht- oder Hospizarbeit werden für ihr freiwilliges Engagement geschult.

Bei diesen sowie auch bei allen anderen Angeboten fließen christliche Werte und Glaubenserfahrungen mit ein. Und es gibt auch Angebote, die sich explizit mit dem christlichen Glauben beschäftigen. Immer im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen und den Erfahrungswelten der Menschen. Und dabei offen für Neues und mit einer Dialogbereitschaft zu anderen Menschen und Religionen.

Rund 30 Mitarbeitende sind in der Einrichtung im Lutterweg beschäftigt. Neben Tagungs- und Seminarräumlichkeiten bieten die Häuser auf dem weitläufigen Gelände Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 140 Gäste.

Vom 1.-3. November veranstaltet das Bildungszentrum ein Festwochenende.

Der Festakt wird am Samstagvormittag, 02.11. stattfinden. Zum Vortrag des Dänen Dr. Peter Buhrmann sind alle Interessierten ab 10.00 Uhr herzlich eingeladen. „Lernen um des Lebens willen“, so das Thema seines Referates, in dem es u.a. um die Frage nach Nutzen von Lernen und Wissen geht.

Am Samstagnachmittag gegen 17.00 Uhr soll zum ersten Mal in der neuen Seminarküche HeideLandGenuss gekocht werden. Unter anderem werden Landessuperintendent Dieter Rathing, der Bürgermeister der Gemeinde Südheide Axel Flader und weitere Mitglieder des Aufsichtsrates des EBH die Kochlöffel schwingen.
Stolz sind die Verantwortlichen darauf, dass es gelungen ist, für Samstagabend die Sarah Kaiser Band für ein Konzert in Hermannsburg zu gewinnen(Kartenvorverkauf in der Missionsbuchhandlung). Versprochen wird ein schöner Abend mit besonderem Musikgenuss.

Am Sonntag, 03.11. findet um 10.00 Uhr ein Festgottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister in der St. Peter-Paul-Kirche statt.

Stephan Haase

Birkeneck
Eingangsbereich des Birkenecks. (Foto: Bokelmann)

Seminar 19-555 Christmas in New York

Ein Wochenende für Freunde kleiner und großer Blockflöten

Aus dem gleichnamigen Werk von Allan Rosenheck werden einige Sätze geprobt, aber auch bekannte europäische Advents- und Weihnachtslieder in verschiedenen Bearbeitungen. Tiefe Instrumente sind besonders willkommen.

Pädagogische Verantwortung/Begleitung: Friedemann Müller
Fachliche Leitung: Ulrike Jürgensen, Musikpädagogin

Beginn: Fr., 15. November, 15:00 Uhr
Ende: So., 17. November, 14:00 Uhr

Seminarbeitrag: € 170,- DZ (Du/WC), € 196,- EZ (DuWC).

Birkeneck
Blick auf den Tagungsraum vom Tagungshaus Birkeneck. (Foto: Bokelmann)

Seminar 19-560 Bildungsurlaub "Zu gelassenem Tun finden"

Impulse für einen gesunden Umgang mit Stress im Arbeitsalltag

Wie kann das arbeitsreiche Tun - auch unter Druck und besonderer Belastung - Gelassenheit behalten? Mentale, körperliche und verhaltensbezogene Muster spielen im Stressgeschehen eine große Rolle und sind individuell verschieden. Das Seminar thematisiert Möglichkeiten eines förderlichen Umgangs. - Der Zugang über das Körperlernen schult die Achtsamkeit für individuelle körperliche Stresssignale, ermöglicht, Bewegungs- und Verhaltensmuster zu erkennen, die zu Stress führen, und bietet einen Übungsraum für Bewegungs- und Verhaltensalternativen.

Pädagogische Verantwortung/Begleitung: Christian Makus
Referentin: Dr. Merle Clasen, Musikpädagogin, Referentin für spirituelles Körperlernen (nach E. Kubitza)

Beginn: Mo., 18. November, 11:00 Uhr
Ende: Fr., 22. November, 13:30 Uhr

Seminarbeitrag: € 395,- DZ (Du/WC), € 447,- EZ (DuWC).

Haupthaus seitlicher Blick
Blick aufs Haupthaus. (Foto: Bokelmann)

Seminar 19-580 Deutsche im Dialog

Ost und West 30 Jahre nach der friedlichen Revolution

2019 ist Deutschland länger vereint, als Mauer und Stacheldraht es getrennt haben. Dennoch gibt es tiefgreifende Unterschiede, mangelnde gegenseitige Wahrnehmung und Vorurteile. Einander wirklich zuzuhören und besser zu verstehen, das ist dringend geboten. Es ist ein wichtiger Beitrag, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und zunehmender Demnokratie- und Menschenfeindlichkeit zu begegnen. Dieses Seminar und Dialogwochenende will solches Verstehen ermöglichen.

Pädagogische Verantwortung/Begleitung: Friedemann Müller
Referentin: Uta Loheit, Gmeindepädagogin, Dialog-Facilitator

Beginn: Fr., 22. November, 17:00 Uhr
Ende: So., 24. November, 14:00 Uhr

Seminarbeitrag: € 168,- DZ (Du/WC), € 194,- EZ (DuWC).

Foto: Bokelmann

Pädagogisches Team im EBH

Mit Friedemann Müller (1. v. rechts) ist der Wechsel im pädagogischen Team des EBH erst einmal abgeschlossen. Als Religionspädagoge bringt Müller viel Erfahrung aus dem Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung mit. Außerdem ist er begeisterter Hobbymusiker, spielt Gitarre, Banjo, Bass und Posaune. Im EBH werden seine Schwerpunkte als Theologischer Studienleiter in den Bereichen Geistliche Bildung und christliches Leben, Religion in der Gesellschaft sowie Musik liegen. Bereits seit Oktober 2017 arbeitet Meike Voss (2. v. rechts) als Bildungsreferentin im EBH. Die studierte Berufspädagogin hat ihre Schwerpunkte unter anderem im Winterkurs "moving times", im Bereich Pflege sowie dem Projekt "Achtsamer Umgang mit Lebensmitteln".

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Als evangelisches Bildungszentrum im Herzen der Südheide bieten wir Ihnen alles, was Seminare und Freizeiten erfolgreich macht.

Die Angebote unseres Jahresprogramms richten sich vornehmlich an Einzelpersonen, Paare oder Familien. Für Gruppen, Institutionen oder Firmen erstellen wir gerne individuelle Angebote für ihr eigenes Programm oder auch mit Unterstützung durch unser Haus.

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