Blick übers Gelände des evangelischen Bildungszentrums
Eingang Birkeneck
Gospelwoche
Kirschblüte mit Blick aufs Haupthaus
Lagerfeuernacht beim Seminar mit Papa "on tour"

Lebenslauf

Lebenslauf von Agnes Timme

Agnes Timme *10. Januar 1912, +16. Juni 1941

• Agnes Timme wurde am 10. Januar 1912 in Winsen (Aller) geboren.
• Sie hatte wahrscheinlich acht Geschwister.
• Ihre Eltern waren Karl Gustav Fiebig und Berta Fiebig.
• Es ist auch heute nicht bekannt, wie sich Agnes Timme und ihr Mann
  Heinrich Wilhelm Oskar Timme kennenlernten.
• Ihr erstes gemeinsames Kind, Anita, wurde am 1. April 1933 in Celle
  geboren.
• Am 25. Mai 1933 haben sie in Celle geheiratet.
• Ihr Mann Wilhelm wohnte zu der Zeit in Nordburg. Agnes wohnte in Celle.
• Wilhelm zog dann für kurze Zeit nach Hermannsburg in die Welfenstraße
  137, jetzt Nr. 6.
• Ihr zweites Kind, eine Tochter namens Herta, wurde am 7. April 1934
  geboren.
• Später zog Agnes mit ihren Kindern nach Hermannsburg zu ihrem Mann.
• 1934 oder 1935 fand erneut ein Umzug in Hermannsburg in den Lutterweg
  275 (heute 16) statt.
• Ihr drittes Kind, Gerhard, wurde am 25. Februar 1936 in Hermannsburg
  geboren.
• Ihr letztes Kind, Margarete, wurde am 4. Juli 1937 geboren.
• Die Geburt des letzten Kindes war der wahrscheinliche Auslöser für Agnes‘
  psychische Erkrankung.
• Agnes Timme wurde dann in das AKH in Celle eingewiesen.
• Am 25. Juli 1937 war die Taufe der jüngsten Tochter in Hermannsburg.
• Zwei Tage danach, am 27. Juli 1937, wurde Agnes Timme in die Landesheil-
  und Pflegeanstalt nach Lüneburg verlegt.
• Dort erhielt Agnes die (falsche) Diagnose „Pfropfschizophrenie“; sie litt
  wahrscheinlich an einer postnatalen Psychose.
• In der Zeit war ihr Mann Heinrich allein für alle vier Kinder verantwortlich. Aus
  Überforderung gab er die Kinder in andere Familien. Zwischendurch waren die
  Kinder in einem Heim der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt
  untergebracht.
• Am 30. April 1941 wurde Agnes in die Zwischenanstalt Herborn verlegt.
• Am 16. Juni 1941 Verlegung nach Hadamar; am selben Tag wurde sie dort
  mit über 100 anderen Kranken aus demselben Transport vergast.
• Als offizielles Todesdatum wurde auf der Sterbeurkunde der 27. Juni 1941
  angegeben.

Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum die Urne nach Hannover überführt wurde. Wahrscheinlich lag eine Verwechselung vor: Im selben Transport wie Anges Timme kam Frieda Timme aus Hannover-Stöcken nach Hadamar.

AKH - Lüneburg - Herborn

Zwischen dem 4. Juli und dem 25. Juli 1937 wurde Agnes Timme in das AKH in Celle eingewiesen. Das AKH wurde 1846 mit 20 Betten eröffnet. Am 27. Juli 1937 wurde sie wegen der Gefahr der Verwahrlosung in die Psychiatrische-Klinik Lüneburg verlegt. Dort erhielt sie die Diagnose „Propfschizophrenie“. Danach erst wurde sie der behandelnden Ärztin erstmals am 14. August 1937 vorgestellt. Sie wurde auch gemäß der nationalsozialistischen Ideologie „erbbiologisch“ erfasst (d.h. die Ärzte hatten Angst, dass sie diese Krankheit vererben würde). Darauf deutet der rote Stempel auf ihrem Charakteristik-Bogen hin. Dies kam damals einem Todesurteil gleich.

Die Psychiatrische-Klinik liegt im Stadtteil Lüneburg-Weststadt der Hansestadt Lüneburg in einem parkartigen Gelände. Sie wurde bereits am 29. Juni 1901 mit 800 Betten eröffnet und blickt damit auf eine mehr als 110-jährige Geschichte zurück. 1968 erreichte die Patientenanzahl mit mehr als 1600 ihren Höchststand.

Im Oktober 1941 ließ der damalige Klinikdirektor Max Bräuner in der Landes-, Heil und Pflegeanstalt eine Kinderfachabteilung einrichten, die ab 1943 zunächst von Willi Baumert und anschließend bis April 1945 von Bräuner selbst geleitet wurde. Über 300 psychisch-kranke und körperlichbeginderte Kinder wurden zwischen 1941 und 1945 mittels todbringender Luminal-und Morphingaben umgebracht.

Am 30. April 1940 wurde Agnes Timme wegen Kriegsmaßnahmen nach Herborn verlegt. Ihr Ehemann erfuhr erst nachträglich davon. Sie wurde vom ärztlichen Direktor in Lüneburg, Max Bräuner, dem Gutachter der T4-Zentrale-Berlin, als nicht lebenswürdig gemeldet. Herborn ist nur eine Zwischenanstalt. Allerdings wurde sie nach Herborn nur zur Verschleierung gebracht, um davon abzulenken, dass sie in Hadamar ermordet werden sollte.

Am 16. Juni 1941 ordnete Herborn den Weitertransport mit der Gemeinnützigen-Krankentransport G.m.b.H. zu einem unbekannten Ort an. Die T4-Zentrale-Berlin hat den Abtransport mit den grauen Bussen organisiert. Agnes Timme hatte die Deportationsnummer 115.

Quellen: Wikipedia, AKH Celle, Klinik Lüneburg