Blick übers Gelände des evangelischen Bildungszentrums
Eingang Birkeneck
Gospelwoche
Kirschblüte mit Blick aufs Haupthaus
Lagerfeuernacht beim Seminar mit Papa "on tour"

Hadamar

Von der Zwischenanstalt zur Tötungsanstalt

Jede Tötungsanstalt wurde von kleineren Anstalten, den Zwischenanstalten, „beliefert“. Die Menschen wurden zuerst von ihren Kliniken in Zwischenanstalten gebracht und wurden von da aus in eine Tötungsanstalt befördert.

Agnes Timme wurde aus der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg in das Zwischenlager Herborn und von da aus nach Hadamar gebracht.

Die Zwischenanstalten hatten jeweils zwei Aufgaben:

  1. Die Tötungskapazität der sechs Tötungszentren zu steuern;
  2. Den Verbleib der Opfer zu verschleiern, falls Verwandte Nachfragen stellen sollten.

Quellen: ns-euthanasie.de und Wikipedia.de

Gaskammern in Hadamar.

Tötungsanstalt Hadamar in Hessen

Hadamar ist ein kleiner hessischer Ort, nördlich von Limburg. Es ist ein hübsches Städtchen mit Fachwerkhäusern, aber zugleich auch ein Tatort. Von Januar 1941 bis August 1941 wurden über 10.000 Menschen in den Gaskammern der Tötungsanstalt Hadamar getötet. 1945 wurden 4.000 Menschen durch Medikamente ermordet. Von 1939 – 1945 wurden schätzungsweise 200.000 Menschen aus Polen, Deutschland und der Sowjetunion Opfer des NS-„Euthanasie“-Verbrechen. In der Tötungsanstalt Hadamar wurden Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet. Die Todesursachen auf den Trostbriefen hatten nichts mit den wirklichen Todesursachen zu tun. Oft wurden zum Beispiel ansteckende Krankheiten von den Arzthelfern ausgewählt. Die Leichen wurden in Krematorien verbrannt.

Bis Ende 1941 wurden im Rahmen der T4-Aktion insgesamt über 70.000 Menschen ermordet. Ein Großteil des T4-Personals ging nach Polen, sie beteiligten sich in den Konzentrationslagern an der „Vernichtung der europäischen Juden“.

In vielen Anstalten wurde mit Überdosen von Medikamenten und Nahrungsentzug von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern gemordet. Vor kranken und behinderten Kindern machten die Vernichtungslager keinen Halt. In besonderen „Kinderfachabteilungen“ wurden 1939 – 1945 5.000 Säuglinge und Kleinkinder „beobachtet“ und „untersucht“. Anschließend wurden sie mit Gift ermordet.

Hadamar ging als sechste und letzte Gasanstalt in die dunkle Geschichte der NS-Psychiatrie ein.

Quellen: Karawane2000.ch und Wikipedia.de

Muster eines Trostbriefes, in dem eine falsche Todesursache angegeben wurde.

Ablauf in den Tötungszentren

Graue Busse holten die Patienten aus den Zwischenanstalten, in denen sie mehrere Wochen untergebracht waren, ab. Zunächst wurden sie zum Hauptgelände gebracht; dort hatten sie sich zu entkleiden und sich dem Arzt vorzustellen. Dieser bestimmte anhand einer Patientenakte eine angebliche, natürliche Todesursache für die spätere Todesurkunde. Anschließend wurden die Patienten von Pflegern in die Gaskammern im Keller gebracht. Dort wurden sie dann mit Gas ermordet. Ihre Leichen wurden in Krematorien verbrannt. Die Angehörigen erhielten einen „Trostbrief“, der über das plötzliche Ableben informierte.

Der originale Trostbrief, der Familie Timme über Agnes‘ Tod informierte, ist nicht erhalten.

Quellen: Gedenkstätten-hadamar.de

Sektionsraum

In dem sogenannten Sektionsraum wurden ausgewählten Ermordeten die Gehirne entnommen und an medizinische Universitätsinstitute zu Forschungszwecken versandt.

Neben dem gemauerten Seziertisch sind die Sockelspuren eines zweiten Tisches aus Holz zu sehen. Außerdem ist ein dazugehöriger Abfluss vorhanden.

T4-Aktion

Zwischen 1939 und 1941 wurden durch Ärzte und Pflegepersonal in Hadamar, Grafeneck und vier weiteren Anstalten mindestens 70.273 Menschen ermordet.

Am 24. August 1941 stoppte Hitler das T4-Programm offiziell. Die veranschlagte Anzahlt zu tötender Behinderter war erreicht. Trotzdem ging das Morden in einer zweiten Phase weiter bis 1945. Nun waren auch Insassen von Konzentrationslagern betroffen.

„T4“ ist die Abkürzung für die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4 in Berlin; Tiergartenstraße 4.

Quellen: deathcamps.org

Euthanasie-Tötungszentren

Sechs Tötungszentren:

• Brandenburg bei Berlin (Jan. 1940 – Sep. 1940)
• Grafeneck bei Stuttgart (Jan. 1940 – Dez. 1940)
• Hartheim bei Linz in Österreich (Jan. 1940 – Dez. 1944)
• Pirna-Sonnenstein bei Dresden (Apr. 1940 – Aug. 1941)
• Bernburg bei Magdeburg (Sep. 1940 – Apr. 1943)
• Hadamar bei Koblenz (Jan. 1941 – Aug. 1941)

Diese waren zunächst psychiatrische Kliniken und wurden dann zu Tötungszentren umfunktioniert.

Euthanasie

Euthanasie – der „Gnadentod“ von Menschen, die er nach nationalsozialistischer Ideologie nicht wert waren zu leben, war ein mörderisches Programm in Nazi-Deutschland. Diese führte zur Ermordung von etwa 275.000 Menschen.

Kinder-Euthanasie

Entsprechend dem Befehl vom 18. August 1939 verfügten Nazis die zwangsweise Registrierung aller Geburten von physisch und psychisch behinderten Kindern. Bis zum Alter von drei Jahren sollten diese Kinder den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Die selektierten Kinder wurden in verschiedene psychiatrische Anstalten geschickt. Im Zuge der Kinder-Euthanasie verloren bis zu 8.000 Kinder ihr Leben.

Erwachsenen-Euthanasie

Nach Hitlers Euthanasie-Befehl vom Oktober 1939 wurde das Tötungsprogramm auch auf Erwachsene ausgedehnt.

Quelle: Deathcamps.org

Gaskammer in Hadamar.

Hohe finanzielle Anreize…

Das Personal, das in einem Tötungszentrum gearbeitet hat, hat sehr viel Geld verdient. Der Lohn war vergleichbar mit dem Gehalt eines Bürgermeisters einer Stadt mit 20.000 Einwohnern. Außerdem hat das Personal mehr Krankengelder bekommen, weil sie die Todesurkunden erst zwei Wochen später verschickten, um den richtigen Todestag zu verschleiern. Damit wurden gleichzeitig die Angehörigen, die keinen Verdacht schöpfen sollten, getäuscht.

… für das Töten im großen Stil

Ursprünglich sollten nur einzelne, unheilbar kranke Menschen durch Injektionen (Spritzen) oder Überdosen von Schlafmitteln getötet werden.

Dies konnte man jedoch in dieser Form nicht durchführen, weil mehr Menschen auf einmal getötet werden sollten.

Nach Besprechungen mit dem Chemiker der Reichskriminalpolizei wurde der Entschluss gefasst, jeweils einen günstig gelegenen Raum in einer Heilanstalt mit dem geruchlosen, tödlich wirkenden Kohlenmonoxid zu füllen.

Quellen: ns-euthanasie.de und Wikipedia.de