Blick übers Gelände des evangelischen Bildungszentrums
Eingang Birkeneck
Gospelwoche
Kirschblüte mit Blick aufs Haupthaus
Lagerfeuernacht beim Seminar mit Papa "on tour"

Hintergrundinfos

Lernende Auseinandersetzung mit Gewalt - Grundsätzliches:

Gewalt (be)trifft alle !

• Gewalt verletzt und tut weh.
• Gewalt macht Angst.
• Gewalt macht hilflos.
• Gewalt treibt zur Rache.
• Gewalt zerstört Beziehungen.
• Gewalt untergräbt die Möglichkeiten unseres künftigen zivilisierten
  Zusammenlebens.
• Gewalt gibt aber auch Macht und Beachtung – dem, der sie ausübt.
• Alle waren schon mal Opfer von Gewalt, und niemand ist frei von
  Gewaltimpulsen und Gewaltausübung.

Gewalt beginnt früher als gedacht

Gewalt ist nicht nur „bei den anderen“. Gewalt kommt nicht erst in die Welt durch aggressive Jugendliche, randalierende Fußballfans oder rechte Cliquen – sie entwickelt sich inmitten der Gesellschaft, mitten unter uns und in uns selbst.Gewalt beginnt nicht erst mit der „Tracht Prügel“ oder dem „Schlag in die Fresse“, sondern

• erwächst aus Konflikten, die nicht konstruktiv bearbeitet werden konnten.
• zeigt sich bereits in jeglichem verletzenden Verhalten, das Grenzen anderer
  nicht respektiert.
• versteckt sich in (heimlichen) Denkweisen, die Gewaltanwendung
  rechtfertigen.

Deshalb ist die Auseinandersetzung mit eskalierenden Konfliktmustern, mit subtilen gewalthaltigen Übergriffen und mit verletzenden Ausgrenzungen im eigenen Alltag eine Herausforderung für alle und nicht nur für „Problemgruppen“.

Stark werden, um der Gewaltversuchung zu widerstehen

Wer auf Gewalterfahrungen keine befreiende Antwort findet, läuft Gefahr, in der eskalierenden Wirkungslogik der Gewalt gefangen zu bleiben. Um der Sackgasse Gewalt nicht zu erliegen, sind Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene herausgefordert, einen eigenen, gut gegründeten Standpunkt zu entwickeln, der ihnen Mut gibt und sie darin stärkt, selber Alternativen gegen gewaltförmiges Denken und Handeln zu entwickeln.

Couragiertes Handeln in Konflikten muss trainiert werden

Die innere Auseinandersetzung über den eigenen Umgang mit Gewalt ist im Grunde ein spirituelles Thema. Wer der Gewalt widerstehen will, braucht „ein weiches Herz und einen harten Geist“ (Sophie Scholl).

Benötigt werden aber auch ganz praktische Erfahrungen und Fähigkeiten, unter anderem:

• die bewusste Wahrnehmung von Konflikten und ihrer Entwicklungsdynamik –
  lange bevor es knallt.
• die Auseinandersetzung darüber, welche Werte und Regeln im Umgang
  miteinander gelten sollen.
• das Ausprobieren von Handlungsalternativen, auch für eskalierte Situationen.

Das muss praxisbezogen geübt und trainiert werden.

Erfahrungen selber machen

Kinder und Jugendliche wollen selber ihre Erfahrungen machen. Mit Belehrungen kommt man häufig nicht weiter, der erhobene Zeigefinger bringt kaum noch was. Kinder brauchen Erfahrungsräume, in denen sie mit ihrer Kraft, ihrer Wirksamkeit und ihren Gewaltimpulsen experimentieren dürfen. Und: Nicht jede wilde Rauferei hat mit Gewalt zu tun.

Er-fahren, Be-greifen, Ein-sehen

Die Trainings gehen von der Grundannahme aus, dass wir erst dann nachhaltig etwas über den eigenen Umgang mit Gewalt lernen, wenn Erlebnisse auch „durch den Bauch gehen“ und die intuitive Wirklichkeitserfassung beim Lernen einbezogen wird, wenn wir uns mit Sinnen, Händen und Füßen darüber auseinandersetzen, bevor wir das Erlebte in Sprache fassen. So kann man selber „er-fahren, be-greifen und ver-stehen, was Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll“ (Zitat aus dem Villigster Handbuch).